Die magische Tür

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Die magische Tür

Als das Landweibelhaus, das heute noch in Schaan steht, noch ganz neu war, lebte darin ein junger Mann. Der Landweibel hatte neben seinem Beruf als Landespolizist noch sieben Pferde, auf die er sehr stolz war und gemeinsam mit seiner Tochter Farina hegte und pflegte.

Eines Tages ging der Landweibel mit seiner Tochter raus aufs Feld um zu arbeiten. Spät abends als sie wieder zurückkehrten, sahen sie, dass das schönste und wertvollste Pferd verschwunden war. Sie suchten draussen in den Feldern und Wäldern nach dem Pferd, aber vergeblich. Sie kehrten betrübt nach Hause zurück und sahen völlig überrascht das Pferd im Stall stehen. Es war seltsamerweise wieder da. Der Landweibel und seine Tochter waren überglücklich, aber auch verwirrt.

Am nächsten Morgen ging der Landweibel wieder zur Arbeit und die Tochter arbeitete im Haus. Als der Abend anbrach, kehrten sie nach Hause zurück. Als sie zuhause ankamen, sahen sie, dass ihr schönstes Pferd sehr erschöpft aussah. Als der Landweibel am nächsten Morgen aufstand, um nach den Pferden zu sehen, stellte er zum zweiten Mal erschrocken fest, dass das beste und schönste Pferd wieder weg war.

Also setzte sich Farina auf einen umgedrehten Eimer und wartete auf das Pferd. Doch dann sah sie etwas sehr Seltsames. Eine versteckte Tür, die ihr bisher nie aufgefallen war.  Sie dachte, es wäre nur eine Kammer, in der ihr Vater Stroh lagerte. Plötzlich ging die Tür der Heukammer auf und das Pferd kehrte aus der geheimnisvollen Tür zurück. Die Tochter ging sofort zum Pferd und stellte erschrocken fest, dass es sehr erschöpft war und sich gerade noch auf Beinen halten konnte. Als der Landweiber zurückkehrte, zeigte sie ihm die geheimnisvolle Tür, aber sie liess sich nicht öffnen.  Farina schlug vor, eine Nacht lang Wache zu halten, um zu sehen, wo das Pferd hingeht.

Die Nacht brach schnell an und sie lauerten hinter Strohballen. Um Mitternacht öffnete sich die Tür und der Landweibel und seine Tochter erstarrten fast vor Schreck. Sie sahen, dass der Teufel aus der geheimnisvollen Tür in ihrem Stall eindrang. Er schnappte sich das stärkste Pferde und wollte es durch die Türe führen, als Farina und der Landweibel hinter dem Stroh hervorsprangen und dem Teufel zuriefen: „Halt, niemand geht mit unserem Pferd weg!“

Der Teufel lachte nur hämisch und meinte, dass  er das Pferd brauche, um die verlorenen Seelen zu schleppen.

Da schnappte sich Farina das Strohmesser und ritzte schnell ein Gotteskreuz in die geheimnisvolle Tür und schüttete dem Pferd Weihwasser  über den Kopf.

Als der Teufel das Kreuz in der Tür und das Weihwasser auf dem Kopf des Pferdes sah, sprang er wie wild im Stall herum und verschwand böse fluchend aus dem Stall hinaus in den tiefen, tiefen Wald und wurde nie wieder im Landweibelhaus gesehen.

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